Thomas Hoerz
Für die DKH hat Thomas Hoerz erstmals 1998 einen Auftrag übernommen: Er hat Nothilfe in Nordkorea koordiniert. Anschließend hat er für das Welternährungsprogramm in Afghanistan, in dessen Hauptquartier in Rom, in Simbabwe sowie im Südsudan gearbeitet. In Afghanistan hat er seine Frau, eine Italienerin, kennen gelernt. Von einer Stelle bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom wurde er als Leiter der DKH nach Stuttgart berufen. “Die Gestaltungsmöglichkeiten sind bei einer kleinen Organisation einfach größer”, erklärt er. Besondere Aufmerksamkeit möchte er Afrika schenken. Thomas Hoerz befürchtet, dass in vielen Ländern des Kontinents, vor allem infolge von Aids und Malaria, die Lebensverhältnisse langfristig schlimmer und Nothilfe nötiger werden. Dennoch sei die Lage nicht aussichtslos, wenn der wohlhabende Teil der Welt größere Anstrengungen unternehme, verarmte Bevölkerungsgruppen aus der Armutsfalle zu befreien. Auch die Verzahnung von Nothilfe mit Entwicklungsarbeit ist ihm ein wichtiges Anliegen.
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Mechthild Schirmer ist neue Referentin für Advocacy in der Abteilung Politik und Kampagnen bei “Brot für die Welt”. Die Pädagogin war zunächst in der Jugendarbeit, dann in der Fachberatung für die Arbeit mit jugendlichen Migranten tätig. Von 1982 bis Mai 2005 hat sie in der Hauptgeschäftsstelle des “Diakonischen Werkes” (DW) der EKD in Stuttgart in dem Referat gearbeitet, das sich mit Folgen der Zuwanderung und mit Migrationspolitik befasste. Zu ihren Aufgaben gehörte auch, Belangen der Migranten in der Politik Gehör zu verschaffen. An ihrer neuen Funktion reizt sie, dass sie den Ansatz der Anwaltschaft (Advocacy) fortsetzen kann, jetzt aber mit weiterem Blick auf Länder des Südens und das Netz der Partner von “Brot für die Welt”. Mechthild Schirmer will einen Schwerpunkt auf Armutsbekämpfung und soziale Sicherung legen. Dass immer mehr Menschen von Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind, ist für sie eine Frage der Gerechtigkeit, zu der Kirchen und kirchliche Werke nicht schweigen dürfen.
Martin Petry ist neuer Berater auf Zeit für Zivile Konfliktbearbeitung in der Abteilung Politik und Kampagnen bei “Brot für die Welt”. Der Agraringenieur war sieben Jahre mit dem christlichen Friedensdienst Eirene im Niger und Tschad und hat dann als Berater für nachhaltige Landwirtschaft gearbeitet – bis 1998 bei “Brot für die Welt”. Seit 2001 hat er sich als selbstständiger Berater auf Menschenrechts- und Friedensfragen spezialisiert. Zu seinen neuen Aufgaben gehört, zusammen mit den Länderverantwortlichen bei “Brot für die Welt” und der Diakonie Katastrophenhilfe sowie ihren Partnern im Süden Strategien für die Arbeit in Konfliktgebieten zu entwickeln. Die Wirkung auf Konflikte soll bei allen Projekten bedacht und regionale Friedensinitiativen von Partnerorganisationen, vor allem in Afrika, sollen vermehrt unterstützt werden. Auf die deutsche und europäische Politik soll Martin Petry einwirken, mehr für Konfliktprävention und die Unterstützung von Friedensprozessen zu tun.
Auch Carolin Callenius arbeitet seit Mitte September als Beraterin auf Zeit in der Abteilung Politik und Kampagnen bei “Brot für die Welt”. Sie ist zuständig für die neue Kampagne zum Thema Ernährungssicherung, Welthandel und Lebensstil. Die Agraringenieurin war zunächst entwicklungspolitische Referentin bei der “Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend” (aej), dann Frauenreferentin in der Planungs- und Grundsatzabteilung der “Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst” (AGKED). Seit 2000 arbeitete sie freiberuflich als Journalistin, Gutachterin und Trainerin. Nun bereitet sie für “Brot für die Welt” eine Kampagne vor, die den Zusammenhang von Hunger im Süden, weltweitem Agrarhandel und Konsumgewohnheiten im Norden problematisieren soll. Dies knüpft an die Kampagne “Mahlzeit” an, die Tipps für schmackhafte und sozial verantwortliche Ernährung gibt und Ende 2006 ausläuft. Carolin Callenius reizt die Vielfalt an Themen und Kommunikationskanälen – mit Partnern im Süden, mit in der Bildungsarbeit Tätigen, mit Medien sowie Interessengruppen –, die mit ihrer neuen Aufgabe verbunden sind.
Bernhard Walter übernimmt für drei Jahre die Leitung des Referats Landwirtschaft, Ernährung und Umweltschutz in der Abteilung Politik und Kampagnen bei “Brot für die Welt”. Er vertritt Peter Rottach, der freigestellt ist für das Projekt “Katastrophenvorbeugung im Kontext des Klimawandels” der Diakonie-Katastrophenhilfe. Bernhard Walter ist promovierter Landwirt und hatte seit 2003 eine vom EED und “Brot für die Welt” gemeinsam finanzierte Projektstelle zum Aktionsprogramm 2015 inne (vgl. Forum in “der überblick” 1/2003). Zu den wichtigsten Themen seiner neuen Stelle rechnet er die Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft im Süden, die Anpassung der Agrarsysteme dort an den Klimawandel, die Debatte um Gentechnik und Hungerbekämpfung und die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung mit Hilfe von Agrar- und Landreformen.
Monika Wucherpfennig arbeitet seit Juni 2005 im Team Menschenrechte der Abteilung Politik und Kampagnen beim Diakonischen Werk der EKD. Sie ist dort Regionalkoordinatorin für Afrika und bis Anfang 2006 auch für Asien. Ihr Vorgänger Johannes Brandstäter ist zum “Diakonischen Werk” nach Berlin gewechselt. Nach einem Studium der Ökotrophologie arbeitete Frau Wucherpfennig gut zwei Jahre für den “Deutschen Entwicklungsdienst” in Benin und war von 1996 bis 2001 in der Projektabteilung von “Brot für die Welt” für die Projektarbeit in verschiedenen afrikanischen Ländern verantwortlich. Von 2001 bis Anfang 2005 hat sie für den Deutschen Entwicklungsdienst in Simbabwe ein Programm zur Unterstützung der Zivilgesellschaft koordiniert.
Birte Asja Detjen tritt beim EED die Nachfolge von Ilonka Boltze als Pressereferentin und persönliche Referentin des Vorstandsvorsitzenden an. Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin hat nach ihrem Studium 15 Monate in Lateinamerika Berufserfahrung gesammelt, unter anderem in einem Projekt für ehemalige Straßenkinder. Danach hat sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Fairhandelsorganisation El Puente übernommen und ein Aufbaustudium Presse- und Öffentlichkeitsarbeit absolviert. 2001 machte sie sich als freie Journalistin in Köln selbständig. Seit Februar 2005 ist sie Internetredakteurin beim EED in Bonn. Nun übernimmt Birte Detjen die Aufgaben von Ilonka Boltze, die für einen Einsatz mit dem DED in Vietnam freigestellt ist.
Angela König ist seit Anfang Oktober neue Geschäftsführerin des christlichen Friedensdienstes Eirene. Sie hat deshalb den EED verlassen, bei dem sie Referentin für die Querschnittsaufgabe Gender gewesen ist. Angela König hatte vorher in Friedens- und Entwicklungsprojekten im Sudan, in Bosnien und in Mosambik gearbeitet. Sie tritt bei Eirene die Nachfolge von Eckehard Fricke an, der als Landesdirektor des DED nach Mosambik gegangen ist.
aus: der überblick 04/2005, Seite 95