Unter dem Titel Weltweit Taube Ohren? haben der EED und die Welthandelskampagne "Gerechtigkeit Jetzt" ein Aktionshandbuch herausgebracht. Es regt zu Aktionen anlässlich des G8-Gipfeltreffens im Juni 2007 bei Rostock an. Auf eine kurze Einführung in Probleme des Welthandels folgen Tipps etwa für den Bau von Großpuppen oder die Organisation "unfairer" Spiele sowie für die Pressearbeit, außerdem Argumentationshilfen für Gespräche auf der Straße. Die Broschüre kann beim EED bestellt oder von seiner Homepage www.eed.de heruntergeladen werden.
bl
Kein Menschenrechtsabkommen ist von so vielen Staaten ratizifiziert worden wie die UN-Kinderrechtskonvention: Mit Ausnahme der USA und Somalias sind alle Staaten beigetreten. Die Kindernothilfe hat jetzt das Dokument vom November 1989 unter dem Titel Kinder haben Rechte neu veröffentlicht, ergänzt durch ein Kapitel zu den ergänzenden Protokollen und illustriert mit Plakaten zu den wichtigsten Kinderrechten. Armutsbekämpfung, so das Fazit, muss nicht zuletzt bedeuten, Kindern und Jugendlichen zu ihrem Recht zu verhelfen.
lin
"Brot für die Welt" hat seine Wasserkampagne abgeschlossen. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser als Menschenrecht anerkannt wird; entsprechend soll das Ziel, besonders den Armen diesen Zugang zu garantieren, in der Wasserpolitik und bei Entwicklungsprojekten im Wassersektor Priorität erhalten.
Auf einer Tagung in Hamburg im Oktober zog Danuta Sacher, die Leiterin der Abteilung Politik und Kampagnen bei "Brot für die Welt", eine insgesamt positive Bilanz der Wasserkampagne. Sie habe die Öffentlichkeit dafür sensibilisiert, dass Wasser nicht als gewöhnliche Ware behandelt werden darf. Das Menschenrecht auf Wasser wird allmählich ein anerkannter Teil des Völkerrechts, erklärten Michael Windfuhr von "Brot für die Welt" und Jochen von Bernstorff aus dem Auswärtigen Amt übereinstimmend. Privatisierungen der Wasserversorgung würden damit zwar nicht verboten. Das Recht auf Wasser verpflichte aber die Staaten, privaten Versorgern wirksame Auflagen für den Schutz des Wasserzugangs für alle zu machen. Die Versorgung am Profitziel auszurichten, ist damit unvereinbar.
Die Debatte hat laut Danuta Sacher dazu beigetragen, dass auch etwa die Weltbank den Menschenrechts-Ansatz aufgreift. Sie sieht aber die Gefahr, dass hierdurch die Intention des Menschenrechts auf Wasser verkehrt wird. Das zu verhindern, wird eine der Aufgaben für das Ökumenische Wassernetzwerk sein, an das "Brot für die Welt" im Oktober ein Steuerrad als Symbol für die Führung der Wasserkampagne übergeben hat. Dem Netzwerk unter dem Dach des Ökumenischen Rates der Kirchen gehören Kirchen und Hilfswerke aus zahlreichen Ländern an, darunter "Brot für die Welt".
Eine Kampagne für Ernährungssicherheit hat "Brot für die Welt" im November gestartet. Unter dem Titel "Niemand isst für sich allein" soll sie den Zusammenhang bewusst machen zwischen dem internationalen Handel mit Nahrungsmitteln, unseren Konsumgewohnheiten sowie den Lebensbedingungen im ländlichen Raum.
Drei Viertel der weltweit etwa 850 Millionen Hungernden leben in armen Ländern auf dem Land. Für die Misere dort sind die Öffnung der Agrarmärkte im Süden sowie Subventionen für die Landwirtschaft im Norden mit verantwortlich, sagte die Direktorin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, im November vor der Synode der EKD in Würzburg. Das begünstige transnationale Nahrungsmittelkonzerne und dränge Kleinbauern aus dem Markt. Notwendig seien eine Wende in der Handelspolitik, in der Agrarpolitik und im Konsumverhalten. Die Ernährungskampagne verknüpft diese Forderungen: Sie regt an, Nahrungsmittel bewusst einzukaufen - etwa aus der Region oder dem fairen Handel - und zugleich als Bürger für eine andere Handels- und Agrarpolitik einzutreten. Die Verbraucherinitiative, der Bundesverband kritischer Konsumenten, hat "Niemand isst für sich allein" im November als Kampagne des Monats ausgezeichnet.
Das Evangelische Zentrum für Entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) hat eine Reihe neuer Filme ins Programm genommen:
"Mit den Augen eines Flüchtlingskindes" ist ein deutscher Dokumentarfilm über zwei Freundinnen, die den Massakern in ihrer Heimat Darfur (Sudan) entkommen sind und in einem Flüchtlingslager im Tschad leben.
Der Film "Mahaleo" zeigt das Engagement der in Madagaskar einflussreichen Band Mahaleo für die politische und soziale Entwicklung des Landes. Er stellt gleichzeitig die mitreißende Musik der Band vor.
Die DVD "Respekt statt Rassismus" enthält neun kurze Filme aus der Schweiz für Kinder ab 7 Jahren. Sie thematisieren unterschiedliche Aspekte des Phänomens Rassismus und Möglichkeiten, ihm vorzubeugen.
Im Zentrum der Komödie "Bintou" aus Burkina Faso steht eine Frau, die ihre Tochter zur Schule schicken möchte. Weil ihr Mann Abel nicht bereit ist, dafür zu bezahlen, will sie selbst Geld verdienen.
Der brasilianische Spielfilm "Geschichten aus Javé" spielt in einem Dorf, das in der Flut eines Staudamms verschwinden soll. Um Gründe für ihre Erhaltung als nationales Kulturerbe zu finden, beschließen die Dorfbewohner, alle Geschichten und Legenden zu sammeln, an die sie sich erinnern können.
Weitere Einzelheiten und die Bedingungen für den Verleih oder Verkauf der Filme sind beim EZEF zu erhalten (www.ezef.de).
aus: der überblick 04/2006, Seite 101