Die Fähigkeit zur Kommunikation ist eine Gabe, die den Menschen erst zum Menschen, zum sozialen Wesen macht. Nur durch Verständigung mit anderen ist gemeinsames Handeln und damit Entwicklung möglich. Hat aber die Entwicklung der Kommunikationstechniken von der Buschtrommel und dem Alphorn bis hin zu Massenmedien, Internet und Handys auch bewirkt, dass Gesellschaften einander besser verstehen und gemeinsam für die Entwicklung der Menschheit handeln?
Viele autoritäre Regime fürchten den unkontrollierten Informationsfluss, gerade weil er gemeinsames Handeln ermöglicht und ihre Herrschaft gefährden könnte. Auch manche Kulturkritiker würden gerne Informationen kanalisieren, um einen Kulturimperialismus abzuwehren, bei dem sich ihrer Ansicht nach die stärksten Vermarkter im internationalen Mediengeschäft mit ihrer Weltsicht durchsetzen oder die mächtigen Kolonialsprachen die lokalen Sprachen verdrängen würden.
Die meisten Menschen wollen sich nicht bevormunden lassen, auch nicht in wohlmeinender Absicht. Bei importierten Seifenopern im Fernsehen zeigen sie sich zum Beispiel durchaus in der Lage, sich ihren eigenen Reim auf das Angebot zu machen und es für ihr Umfeld zu interpretieren. Das bedeutet umgekehrt, dass wer eine bestimmte Botschaft über Grenzen hinweg in die Köpfe bekommen will, mit ganz anderen als den beabsichtigten Ergebnissen rechnen muss.
Zur Kommunikation gehören auch Missverständnisse und Fehler. Selbst Menschen, deren Beruf es ist, mit Informationen umzugehen wie die Redakteure dieser Zeitschrift, sind davor nicht gefeit. Das hat sich etwa beim Autorenkästchen zur Meditation in Heft 3/2003 gezeigt: Weil es in Deutschland nur den "Christlichen Verein Junger Menschen" (CVJM) gibt, in dem junge Frauen und Männer Mitglied sind, wurde die Autorin der Meditation, Dr. Musimbi Kanyoro, in der Übersetzung fälschlich als Generalsekretärin des Weltbundes "Christlicher Verein junger Menschen" (CVJM) bezeichnet. Sie legt Wert auf die Richtigstellung, dass sie Generalsekretärin des World YWCA, des "Christlichen Vereins junger Frauen", ist. Dem kommen wir hier gerne nach.
DIE REDAKTION